Geschichte
Hier erhalten Sie einen Überblick über die Geschichte des OVVG-Konzerns:
| Ein Ausflug in die Anfänge Die Oberhessische Versorgungsbetriebe AG in Friedberg kann auf eine über 90-jährige bewegte und erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken. ZOV und OVAG, Überlandwerk Oberhessen und Wasserwerk Inheiden verkörpern ein Stück kommunaler, oberhessischer Wirtschaftsgeschichte. Ziel war von Anfang an die sichere und preisgünstige Strom- und Wasserversorgung der oberhessischen Bevölkerung. Geschichtliche Fakten und Fixpunkte der OVAG-Historie 1903 - 1912 Wasser für Strom Bereits in den Jahren 1903 und 1904 befasst sich Dr. Karl Weber, Landesforstmeister und Mitglied des Hessischen Landtags, mit Fragen der Elektrifizierung Oberhessens und entwickelt erste konkrete Vorstellungen - zunächst nur für die Schublade. Seine Überlegungen konzentrieren sich darauf, durch eine Vereinigung der Flüsse Hillersbach und Nidder genügend Wasserkraft für eine "Elektrische Zentrale" bereitzustellen. Doch es fehlt an finanziellen Mitteln. 1906 - 1912 Kein Strombedarf Skepsis, Ablehnung und der Geldmangel stehen am Beginn der Elektrifizierung Oberhessens. Der Bau eines Elektrizitätswerkes in Lißberg wird wegen technischer Schwierigkeiten zurückgestellt. Dafür gibt es bald ein neues Projekt, das Anfang 1911 mit einem Vertrag zwischen der Provinz und dem hessischen Staat eingeleitet wird: Darin verpflichtet sich Hessen, in Wölfersheim ein Kraftwerk zu errichten und elektrischen Strom für die Kreise Friedberg, Büdingen und Teile der Kreise Gießen und Schotten zu liefern. Als Gegenleistung baut die Provinz die elektrische Überlandanlage und unterhält sie. Die Gemeinden verpflichten sich vertraglich, sich an die Fernleitung anzuschließen und Straßen, Wege und Grundstücke für Leitungsmasten und Transformatorenstationen zur Verfügung zu stellen. Ebenso erklären sie sich bereit, die elektrische Straßenbeleuchtung einzuführen. Der Weg ist frei für die Elektrifizierung Oberhessens. 1912 - 1914 Anfang mit betrüblichen Tatsachen Trotzdem geht von Stadler mit ungebrochener Tatkraft ans Werk. Ende 1913, Anfang 1914 geht für 112.000 Einwohner in 121 Gemeinden das Licht an. Zuerst in Södel und Dorheim. Der erste Bauabschnitt des Überlandwerks ist abgeschlossen. 1914 - 1918 Braunkohle verhindert Strombeschränkung Die "Rheinischen Schuckert Gesellschaft für elektrische Energie AG" sucht noch einen Partner, der bereit ist, das Risiko der Elektrifizierung der Vogelsbergkreise mit zu übernehmen. Der Krieg verhindert weitere Ausbaupläne. Man bemüht sich um eine planmäßige Fortsetzung der Elektrifizierung, doch die kriegsbedingten Schwierigkeiten häufen sich. Nur zu einem kommt es nicht: zu verordneten Strombeschränkungen durch das Kriegsamt in Frankfurt. Das ist das Verdienst von Stadlers. Sein überzeugendes Argument: "Strombeschränkungen haben doch nur den Sinn, Steinkohle zu sparen. Und Wölfersheim wird ja mit Braunkohle betrieben." 1919 - 1923 500 Milliarden Mark für 1 kWh Strom Die Arbeiten am Überlandwerk gehen 1919 dort weiter, wo sie während des Krieges unterbrochen werden mussten. Doch es fehlt an Material und vor allem an Kapital. Die Geldentwertung ist nicht mehr aufzuhalten. Auf dem Höhepunkt der Geldentwertung kostet 1 kWh 500 Milliarden Mark. Die Stromableser können die Gebührengelder nur noch in Rucksäcken transportieren – und trotzdem sind ihre Einnahmen, bis sie die Zentrale erreichen, schon wieder wertloses Papier. Um die Jahreswende 1923 ist die Inflation endlich vorbei. Das Wirtschaftsleben ist allerdings so geschwächt, dass der Stromabsatz rapide sinkt. 1923 Das Nidder-Kraftwerk Schon 1923 nimmt das Lißberger Kraftwerk seinen Dienst auf. Im gleichen Jahr erhält die Überlandanlage den Namen "Überlandwerk Oberhessen". 1935 - 1938 Vom Überlandwerk zum ZOV 1945 - 1954 Neues Leben aus den Trümmern Am 1. Juli 1954 tritt die neue Satzung des ZOV in Kraft: Jetzt bestehen die Gremien aus einem engeren Verbandsausschuss in der bisherigen Zusammensetzung und einem erweiterten Verbandsausschuss aus Landräten und Kreisbeigeordneten der Verbandsmitglieder. Damit ist die Voraussetzung für ein modernes, leistungsstarkes Versorgungsunternehmen geschaffen. 1968 - 1972 Vom ZOV zur OVAG 1994 - Neue Aufgaben, die OVVG entsteht Seit 1994 hat die OVAG neue Aufgaben im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) übernommen. Zu diesem Zweck wurde die Oberhessische Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (OVVG) gegründet. Aktionäre der OVAG sind seitdem die OVVG, eine 100prozentige Tochter des ZOV, mit einem Anteil von 99 Prozent und der ZOV mit dem Restanteil. Verbandsmitglieder sind der Wetteraukreis, der Vogelsbergkreis und der Landkreis Gießen. 1995 - 1998 Bauen, bauen, bauen Die Hauptverwaltung in der Hanauer Straße in Friedberg wird durch ein Verwaltungsgebäude und ein Rechenzentrum ergänzt. Mit dem modernen Büro- und Dienstleistungskomplex trägt das Unternehmen zur stadtgestalterischen Aufwertung bei. Herzstück ist ein multifunktionaler Konferenzraum im ersten Stockwerk mit etwa 60 Sitzplätzen, der durch flexible Wände um eine Galerie erweitert werden kann. Bau eines weiteren Umspannwerks Die OVAG baut das 20. Umspannwerk seit Gründung des Unternehmens im Jahre 1912. Bei diesem Umspannwerk übernimmt die OVAG den Strom aus dem Hochspannungsnetz des Vorlieferanten mit einer Spannung von 110.000 Volt und transformiert die Spannung auf 20.000 Volt Mittelspannungsniveau. Grundsteinlegung für eine neue Netzleitstelle Strom und Wasser Auf dem Betriebsgelände "Auf der Warth" beginnt Anfang August 1997 der Bau für die neue Netzleitstelle Strom und Wasser. Von hier aus können ab Juni 2000 die Strom- und Wassernetze zentral gesteuert und überwacht werden. 1999 Das Jahr des Windes Die neue Großwindkraftanlage TW 1.5 im Windenergiepark Vogelsberg bei Grebenhain-Hartmannshain geht in Betrieb. Seine "Masse": Das 1500-Kilowatt-Kraftwerk hat eine Nabenhöhe von 67 Metern, seine Rotorblätter sind 31,5 Meter lang, der Durchmesser des gesamten Rotors beträgt 65 Meter. Erwartet wird eine Stromernte von 2,5 Mio. kWh jährlich - so viel verbrauchen 700 Haushalte. 10-jähriges Jubiläum des Windenergiepark Vogelsberg GmbH Der Windenergiepark Vogelsberg GmbH feiert sein zehnjähriges Bestehen. Er war der erste Windpark im Binnenland - ein Vorreiter mit Modellcharakter, der rund 1,2 Mio. kWh jährlich produziert. So viel, wie 300 Haushalte verbrauchen. 2000 Einzug in die Moderne 2002 Neue Geschäfte Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verbundleitstelle „Bei der Warth“ bekommen Zuwachs: Ab 1. Juli nehmen die Überwacher des gesamten Wassergewinnungsgebietes der OVAG mit 18 Brunnen und mehreren Hochbrunnen hier ihren Dienst auf, den sie bislang im Wasserwerk Inheiden versahen. Die OVAG schließt zum ersten Mal mit zwei Kommunen, Reichelsheim und Echzell, einen Vertrag ab, welcher der Gesellschaft die technische Betriebsführung der öffentlichen Wasserversorgung überträgt. Somit trägt die OVAG für die nächsten fünf Jahre die Verantwortung für alle Arbeiten zur Einhaltung der jeweils gültigen Trinkwasserverordnung in Reichelsheim und Echzell. Mit zwei privaten Unternehmen hebt die OVAG die Abwasserservice Oberhessen AG (kurz ASO) aus der Taufe. Ziel dieser Gesellschaft: Der Bau, die Übernahme und das Betreiben von Kläranlagen, die Regelung der Abwasserwirtschaft für interessierte Kommunen und Städte. Die OVAG erwirbt die hessenENERGIE mit Sitz in Wiesbaden von der Landesbank Hessen-Thüringen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hessenENERGIE arbeiten an Projekten zur rationellen Energieanwendung und zur Nutzung erneuerbarer Energien. Die hessenENERGIE ist vor allem für Kommunen, öffentliche Einrichtungen sowie kleinere und mittlere Unternehmen tätig. 2003 Ein gemeinsames Labor Die OVAG übernimmt das zum Staatsbad gehörende Wasserwerk in Laubach-Lauter vom Land Hessen. Unter dem Dach der OVAG-Tochter hessenENERGIE GmbH eröffnet in Friedberg die oberhessischeENERGIEAGENTUR ihre Büroräume, in unmittelbarer Nähe der Hauptverwaltung. |

